13.06.2016

Schülerbericht von der Romfahrt 2016

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Am Freitag, den 13.05, begann unsere Reise nach Rom. 39 Schüler und Schülerinnen der Stufe 10-12 und 2 Lehrer stiegen in den Bus nach Rom. Omnes viae Romam ducunt – Alle Wege führen nach Rom, aber das sie so lang sind, haben wir nicht gedacht.
Nach 21 langweiligen Stunden kamen wir endlich in unserem Feriendorf Anzio di Lavinio an. Die Suche nach unserem „Hotel“ gestaltete sich aber ebenfalls etwas schwierig, da wir die falsche Adresse hatten. Glücklicherweise hatten wir mit Désirée eine gebürtige Italienerin dabei und konnten so mit den Einheimischen kommunizieren. Eine besonders große Hilfe war uns die italienische Polizei, die uns kurzerhand zum Hotel eskortierte. Als wir dann nach 22 Stunden endlich vor dem richtigen Hotel standen, zweifelten wir allerdings immer noch, ob dies wirklich unser Hotel war, da es sich doch sehr von den auf der Website publizierten Bildern unterschied. Die Zimmer waren von sehr verschiedener Größe und Ausstattung, der Strand sehr schmal und das Warmwasser begrenzt. Dennoch war es zum Schlafen völlig ausreichend.

Am Sonntag fuhren wir zum ersten Mal nach Rom. Dort hatten wir eine Führung durch das Forum Romanum und das Kolosseum gebucht. Allerdings wurden wir durch einen Marathon aufgehalten, der jedes Jahr um diese Zeit stattfindet. Initiator ist eine Stiftung zur Bekämpfung von Brustkrebs, die Startgelder kommen der Forschung zugute. Dummerweise wurde dadurch unsere Gruppe getrennt und der eine Teil der Gruppe konnte die Straße zum Forum nicht überqueren. Erst als nach einer ¾ Stunde die Straße wieder frei war, konnten wir unseren Weg zum Forum fortsetzen. Dort trafen wir zwei sehr engagierte Touristenführerinnen, die sich zu 100% mit ihrem Beruf identifizierten. Sie führten uns durch das antike Forum, vorbei am Konstantin- und Vespasianbogen in das alte Herz des Imperium Romanum. Hier standen noch zahlreiche weitere Tempel. Besonders beeindruckt waren wir von der Stelle, wo einst der Leichnam Caesars nach seiner Ermordung verbrannt wurde.
Am Nachmittag besichtigten wir das Kolosseum. Die Themenabende hatten zuvor schon mächtig Interesse an diesem Gebäude geweckt. 50.000 Zuschauer passten in diese gewaltige Sportstätte, zum Vergleich, die erst 1956 errichtete BayArena hat eine Kapazität von ca. 30.000.

Am nächsten Tag waren wir wieder in der Ewigen Stadt. Mit der U-Bahn fuhren wir zur Piazza di Spagna. Wir stiegen die spanische Treppe hoch zur Dreieinigkeitskirche, vor der wir ein Gruppenbild machten. Dann gingen wir weiter zum Pantheon. Dieser ist berühmt für seine riesige Kuppel, die größte Kuppel der Antike. Im Inneren finden sich zudem Gräber bekannter Persönlichkeiten, wie das des Renaissancekünstlers Raffael und das des ersten italienischen Königs Victor Emanuel II.
Gegen Nachmittag fuhren wir an den Stadtrand und besichtigten die Calixtus-Katakomben. Auch hier hatten wir eine Führung gebucht. Passend zum Ort war dieser Guide allerdings nicht ganz so lebhaft wie die Damen vom Forum. Wie ein Roboter führte er uns durch ein Labyrinth von Schächten und Gängen, vorbei an Schacht-, Bogengräbern, Grabkammern und Luft-, Licht- und Versorgungsschächten.

Nach nur vier Stunden Fahrt erreichten wir am folgenden Tag Pompeji. Durch die Asche des Vesuvs ist diese Stadt im antiken Zustand konserviert worden. Nirgendwo kann man den Alltag der Römer besser nachvollziehen als in Pompeji. Wir besichtigten ein altes Patrizier-Haus, das noch fast vollständig erhalten war. Durch das Atrium gelangten wir in einen wunderschönen Garten, der von einem Säulengang umgeben war. Überall an den Wänden waren Fresken zu finden, die mythologische Szenen zeigten, und die Böden waren durch Mosaike verziert.
Natürlich war nicht alles so gut erhalten, aber auf dem Forum konnte man verschiedene Fundstücke, wie z.B. Vasen betrachten. Beeindruckend waren auch die versteinerten Menschen und der Hund.
Leider war Pompeji der einzige Tag, an dem das Wetter nicht mitspielte.

Am Mittwoch war unser letzter Tag in Rom. Wir hatten die Möglichkeit, an einer Papstaudienz teilzunehmen. Es war sehr interessant, den Heiligen Vater mit eigenen Augen zu sehen. Danach besichtigten wir den Petersdom. Wir waren beeindruckt von der Größe und Schönheit dieser Kirche.
Danach hatten wir die Möglichkeit, weitere Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Viele nutzten die Gelegenheit und warfen eine Münze in den Trevibrunnen.

Am letzten Tag machten wir einen Halbtagesausflug nach Ostia Antica, der alten Hafenstadt von Rom. Dort konnte man ebenfalls einen guten Einblick in das Leben der Römer gewinnen. Die Ruinen waren zwar nicht so gut erhalten wie in Pompeji, dafür war Ostia aber auch nicht so überlaufen. Am Mittag fuhren zurück nach Anzio di Lavinio, wo wir alle gemeinsam Pizza aßen. Den restlichen Tag hatten wir zur freien Verfügung, also ausreichend Zeit zum Kofferpacken.
 
Alles in Allem blicken wir auf eine gelungene Romfahrt zurück. Wir haben viele interessante Sehenswürdigkeiten besichtigt und hatten einiges zu lachen. Seneca sagte einst: Exigua pars est vitae qua vivimus. Ceterum quidem omne spatium non vita sed tempus est -  Nur in einem kleinen Teil des Lebens leben wir wirklich. Die übrige Spanne ist nicht Leben, sondern das Verbringen von Zeit. In dieser Woche haben wir auf jeden Fall gelebt.

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Text: Lena Kretschmer und Simon Frenzel
Fotos: privat



Letzte Änderung: 13.06.2016